Keitum auf Sylt

Kairem

Keitum

Keitum liegt an der Wattseite im Osten von Sylt. Im früheren Hauptort der Insel stehen St. Severin, das Sylt Museum und das Altfriesische Haus.

Keitum liegt im Osten von Sylt am Grünen Kliff, also auf der Wattseite der Insel. Der Ortsteil der Gemeinde Sylt hat rund 960 Einwohner. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Keitum der Hauptort der Insel, im 17. und 18. Jahrhundert ließen sich hier viele Kapitäne nieder, die der Walfang wohlhabend gemacht hatte.

Viele Häuser im Ortskern stammen aus dem 18. Jahrhundert und stehen unter Denkmalschutz: Friesenhäuser mit Reetdach, oft von Steinwällen umgeben. Wegen seiner Alleen und alten Bäume gilt Keitum als der grüne Ort der Insel. Einen Strand an der offenen Nordsee hat es nicht.

St. Severin und der Friedhof

Die Kirche St. Severin steht abseits des Ortes auf der höchsten Erhebung des Sylter Geestkerns. Ihr Dachstuhl ist auf das Jahr 1216 datiert, urkundlich erwähnt wird sie 1240. Der Turm aus der Zeit um 1450 ist das einzige backsteingotische Baudenkmal der Insel und diente Seefahrern früher als Landmarke. Die Orgel von 1999 ist mit 46 Registern die größte Kirchenorgel in Nordfriesland.

Auf dem Friedhof an der Kirche liegen alte Sylter Kapitänsfamilien, außerdem bekannte Namen wie Rudolf Augstein, der Verleger Peter Suhrkamp und der Essayist Fritz J. Raddatz.

Museen und Geschichtspunkte

Das Sylt Museum Am Kliff 19 ist in einem Kapitänshaus von 1759 untergebracht. Es zeigt archäologische Funde, die Zeit des Walfangs, die Sylter Sprache Sölring und Kunst, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Insel entstanden ist. Das Altfriesische Haus wurde 1739 für einen Kapitän gebaut; später wohnte hier der Inselchronist Christian Peter Hansen, 1908 wurde es Museum. Träger ist die Söl'ring Foriining.

Das Feuerwehrmuseum der Sylter Wehren ist das kleinste Museum der Insel. Seit 2017 erläutern 23 Tafeln, die „Keitumer Geschichtspunkte“, historische Gebäude im Ort. Der Rundgang beginnt an St. Severin.

Grünes Kliff, Hafen und Harhoog

Am Grünen Kliff steht seit 2019 der „Tisch am Kliff“, ein Tisch mit Bronzereliefs zu 5000 Jahren Sylter Geschichte. Ein Wattweg führt von Keitum nach Munkmarsch. Der Hafen dort war ab den 1850er Jahren der wichtigste Fährhafen der Insel, bis der Hindenburgdamm 1927 den Fährverkehr ablöste. Heute ist er ein Yachthafen, Hafen und Clubhaus sind öffentlich zugänglich.

Am Rand des Watts liegt das Megalithgrab Harhoog, errichtet von Menschen der Trichterbecherkultur. Es wurde 1954 hierher versetzt, weil sein ursprünglicher Standort für die Erweiterung des Flughafens abgetragen wurde. Im Alten Schöpfwerk an der Koogstraße zeigt die Schutzstation Wattenmeer eine kleine Ausstellung über Deiche, den Nössekoog und die Arbeit der Vogelwärter.

Bahnhof im Ort

Am Bahnhof Keitum hält der Regional-Express zwischen Westerland und Hamburg-Altona. Die Buslinien 3 und 4 verbinden Keitum mit Westerland, Munkmarsch, Wenningstedt und Morsum.

Wein aus Keitum

Im Nordwesten der Gemarkung wurde 2009 ein Weinberg angelegt, die nördlichste Weinplantage Deutschlands.

Einkaufen am Gurtstig

Der Gurtstig ist die Geschäftsstraße des Ortes, mit Modeboutiquen, Goldschmieden und Feinkost wie dem Genuss-Shop von Johannes King.

Fragen

Kurz geklärt.

Hat Keitum einen Strand?

Keitum liegt an der Wattseite der Insel und hat keinen Nordseestrand. Am Kliff und am Hafen Munkmarsch erreicht man das Wattenmeer, dessen Wasserstand mit den Gezeiten wechselt. Zum Baden in der Brandung fährt man an die Westküste, etwa nach Westerland.

Wo kann man in Keitum essen gehen?

Das Verzeichnis von SYLT SÖL führt für Keitum über 20 Lokale. Beispiele sind das Kökken mit nordischer Fischküche, die Kleine Teestube unter Reet mit rund 80 Teesorten, Nielsen's Kaffeegarten am Kliff und Tipken's by Nils Henkel im Severin*s Resort & Spa.

Welche Hotels gibt es in Keitum?

Größere Häuser sind das Severin*s Resort & Spa und der Benen-Diken-Hof mit dem Wolkenlön Spa. Insgesamt sind im Verzeichnis von SYLT SÖL 51 Gastgeber für Keitum eingetragen.

Wo parkt man in Keitum?

Große Parkplätze liegen am Ortseingang, den Ortskern mit seinen schmalen Straßen erkundet man zu Fuß. Am Bahnhof gibt es einen gebührenpflichtigen Parkplatz mit einer Höchstparkdauer von 72 Stunden, kostenlos parkt man am Friesensaal.

Lena Hauschild · Redaktion

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