Keitum war Hauptort der Insel, bevor der Tourismus andere Orte wachsen ließ. Das frühere Kapitänsdorf liegt am Ostufer und lässt sich am besten zu Fuß durchqueren. Einen Weststrand gibt es hier nicht. Die Wege führen stattdessen zwischen Reetdachhäusern, Friesenwällen und Gärten hindurch.
Viele der alten Kapitänshäuser stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im September fällt das Licht flacher auf Mauern und Backstein, während die hohen Gartenwälle den Blick auf die Grundstücke begrenzen.
Das Altfriesische Haus von 1739 steht am Keitumer Watt und ist heute ein Museum. In einem weiteren historischen Kapitänshaus blieb die Einrichtung aus dem 18. und 19. Jahrhundert weitgehend erhalten. Beide Häuser zeigen, wie in Keitum gewohnt wurde, als der Ort noch Inselzentrum war.
Am Gurtstig 13 führt ein Steinweg zum denkmalgeschützten Haus von Afj Keitum. Die Boutique verkauft Kleidung und Accessoires aus Italien, Frankreich und Deutschland, darunter Kaschmir von The Holy Goat, Haarbänder von KKNEKKI und Schals von Pur Schön. Geöffnet ist in der Hauptsaison von März bis Oktober; davor und danach können die Zeiten abweichen.
St. Severin steht an der Munkmarscher Chaussee. Am 23. September 2026 beginnt dort um 22.15 Uhr ein Konzert für Trompete und Orgel, am 30. September folgt zur selben Uhrzeit „Hell und Dunkel“.
Hinter dem Deich an der Koogstraße steht das Alte Schöpfwerk. Seit 2018 ist das Gebäude wieder öffentlich zugänglich, die Schutzstation Wattenmeer betreibt dort ihre Keitumer Station. Im Erdgeschoss gibt es Informationen zum Schöpfwerk und zum Nössekoog, oben liegt die Ausstellung „Zum Gast beim Vogelwart“. Sie öffnet von April bis September täglich zwischen 10 und 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Vom Bahnhof dauert der Weg zu Fuß etwa 20 Minuten, mit dem Rad rund fünf.
Am 26. September 2026 startet um 16 Uhr am Alten Schöpfwerk die Veranstaltung „Die faszinierende Vogelwelt in Keitum“. Vier Stunden später eröffnet im Sylt Museum die Ausstellung „Creatures. David Batchelder“. Der Tag beginnt damit am Watt und endet im Dorf, ohne dass Keitum eine Promenade dafür braucht.