Morsum auf Sylt

Muasem

Morsum

Morsum liegt am Beginn des Hindenburgdamms im Osten von Sylt. Bekannt ist der Ort für das Morsum-Kliff, ein Naturschutzgebiet mit Millionen Jahre alten Erdschichten.

Morsum liegt im Osten von Sylt in einer Heidelandschaft, auf beiden Seiten grenzt der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer an. Bei Morsum beginnt der Hindenburgdamm, über den seit 1927 die Züge vom Festland auf die Insel fahren. Der Ortsteil der Gemeinde Sylt hat rund 1.100 Einwohner.

Im 9. Jahrhundert gehörte Morsum zu den ersten Siedlungsgebieten der Friesen auf Sylt, bis Ende des 17. Jahrhunderts war es das größte Dorf der Insel. Die Landwirtschaft prägt das Ortsbild bis heute. Sölring, das Friesisch der Insel, wird hier noch gesprochen, allerdings immer seltener.

Das Morsum-Kliff

Das Morsum-Kliff erstreckt sich über knapp zwei Kilometer zwischen dem Hindenburgdamm und dem Ort. Gletscher der Saale-Kaltzeit haben hier Erdschichten aufgestaucht und schräg gestellt. Deshalb liegen Glimmerton, Limonitsandstein und Kaolinsand nebeneinander und sind als Farbstreifen von Weiß bis Braun zu sehen. Die älteste Schicht ist 9 bis 11 Millionen Jahre alt.

Seit 1923 steht das Kliff unter Schutz; Anlass war der Plan, es als Baumaterial für den Damm abzutragen. Heute ist es Naturschutzgebiet und Nationaler Geotop. Die Naturschutzgemeinschaft Sylt betreut das Gebiet und bietet Führungen von etwa anderthalb Stunden an. Weil Trampelpfade Dünen zerstört haben, gelten Wegebegrenzungen.

St. Martin und der Ortskern

Die Kirche St. Martin steht etwas abseits auf einer flachen Kuppe in den Marschwiesen. Sie wurde vermutlich im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts gebaut und 1240 erstmals erwähnt. Im Grundriss ähnelt sie St. Severin in Keitum, hat aber keinen Turm: Die Glocke von 1767 hängt in einem freistehenden hölzernen Glockenstapel und wird von Hand geläutet.

In Morsum tragen mehr Straßen friesische Namen als in anderen Inselorten, etwa Dikwai (Deichweg) oder Sērkwai (Kirchweg). Im Ortskern steht das Muasem Hüs, ein Veranstaltungshaus, an dessen Anbau „MarktTreff“ ein Edeka und die Sylter Bank liegen.

Essen, Hofläden und Übernachten

Die Gastronomie ist überschaubar. Beispiele aus dem Verzeichnis von SYLT SÖL sind das Café Ingwersen am Terpstich, das Bistro Wie Zuhause im Muasem Hüs und die Brødbar Brød & Smør am Bahnhof mit Smørrebrød und dänischem Gebäck. Das Landhaus Severin*s Morsum Kliff hat 13 Zimmer und ein À-la-carte-Restaurant.

Der Hansen Hof ist der einzige Hühnerhof der Insel und verkauft seine Eier im Hofladen, der Bauernhof Hoffmann bietet eigene und regionale Produkte. Für Morsum sind im Verzeichnis 45 Gastgeber eingetragen.

Badestelle am Watt

Am Morsumer Deich liegt eine kleine Badestelle mit Sandstrand und Strandkörben. Baden kann man dort bei Hochwasser.

Golf seit 1966

Der Golfclub Morsum wurde 1964 von Axel Springer gegründet. Der Platz begann 1966 mit neun Löchern und hat heute 18.

Auf Rollen nach Keitum

Zwischen Morsum und Keitum kann man Rad fahren und skaten, am Deich verlaufen Laufstrecken mit Blick auf Watt und Vögel.

Fragen

Kurz geklärt.

Hält der Zug in Morsum?

Ja. Morsum hat seit 1927 einen Bahnhof an der Marschbahn, die Gebäude aus der Bauzeit sind erhalten. Stand 2023 fuhren im Halbstundentakt Züge nach Westerland und nach Husum, stündlich auch direkt nach Hamburg-Altona.

Fährt ein Bus von Westerland nach Morsum?

Die Linie 4 der Sylter Verkehrsgesellschaft fährt von Westerland über Tinnum, Keitum und Archsum nach Morsum. Die Busse haben Heckträger für bis zu fünf Fahrräder, E-Bikes mit sehr breitem Rahmenakku werden aber nicht mitgenommen.

Wo parkt man am Morsum-Kliff?

Der kostenfreie Parkplatz Nösse liegt direkt am Kliff. Er ist Treffpunkt für die Kliff-Führungen der Naturschutzgemeinschaft Sylt und Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wattwanderungen. Weitere Parkplätze gibt es am Bahnhof und am Muasem Hüs.

Was unterscheidet Morsum von Keitum?

Beide Orte liegen an der Wattseite und haben einen Bahnhof. Keitum hat Museen, die Geschäftsstraße Gurtstig und deutlich mehr Gastronomie. Morsum ist stärker landwirtschaftlich geprägt und hat mit dem Morsum-Kliff ein geologisches Naturschutzgebiet.

Lena Hauschild · Redaktion

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