Der Königshafen liegt nördlich von List und südöstlich des Ellenbogens. Er ist die nördlichste Bucht Deutschlands und gehört zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. In der Bucht liegt die Vogelschutzinsel Uthörn.
Im Frühjahr und Herbst sammeln sich Tausende Zugvögel am Königshafen. Sie rasten auf den Sandflächen und suchen im Watt nach Nahrung.
Zu den Arten, die im Lister Raum beobachtet werden, gehören Ringelgänse, Austernfischer, Pfuhlschnepfen und Rotschenkel. Auch Alpenstrandläufer sowie Lach-, Sturm-, Silber- und Mantelmöwen kommen vor. Säbelschnäbler und Sandregenpfeifer sind regelmäßig im Frühjahr und Sommer zu sehen, Goldregenpfeifer vom Frühjahr bis in den Herbst.
Uthörn und die Sandnehrungen geben den Vögeln Ruheplätze in der Bucht. Der Wasserstand verändert dabei die nutzbaren Flächen: Bei fallendem Wasser wird mehr Watt frei, bei steigendem Wasser ziehen sich die Vögel auf höher gelegene Stellen zurück.
Im Lister Koog wurden rund 200 Vogelarten beobachtet. Der Koog entstand 1936 und 1937 durch die Eindeichung der Lister Marsch und ist etwa 90 Hektar groß. Sein rund 20 Hektar großes Kerngebiet besteht aus einem etwa 900 Meter langen Teich mit Schlammrändern und Uferbewuchs.
Einen Überblick über die Bucht bietet die Aussichtsdüne beim Lister Weststrand nahe der Strandhalle. Von dort reicht der Blick über die Dünen zum Ellenbogen und zum Königshafen. Ende September geht die Sonne gegen 19.25 Uhr unter, entsprechend früh endet das Beobachtungslicht.
Der Name Königshafen erinnert an die Zeit, als die Bucht als Naturhafen zur königlich-dänischen Enklave Listland gehörte. Noch im 18. Jahrhundert wurde der Hafen genutzt. Später versandete er – die flache Bucht blieb und wurde zum Rastplatz für Zugvögel.