List liegt an der Nordspitze Sylts, dort legt auch die Autofähre nach Havneby ab. Ende September geht die Sonne gegen 19.25 Uhr unter. Für die Küchen am Hafen beginnt der Abend dann schon früh.

Die Nordseegarnele heißt wissenschaftlich Crangon crangon. An der Küste wird sie auch Granat, Porre oder Nordseekrabbe genannt, in der Küche meist kurz Krabbe. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von bis zu 9,5 Zentimetern, die männlichen bleiben kleiner.

Auf dem Teller braucht die Garnele wenig: Butter, Brot, kaum etwas dazu. Ob sie überhaupt angeboten wird, hängt von der Lieferung ab. Der September kann Fang bringen, eine feste Zusage ist das nicht.

Im Piratennest an der Hafenstraße 333 F stehen gebratene Garnelen auf der veröffentlichten Speisekarte. Die Bezeichnung allein sagt allerdings noch nicht, dass es sich um Nordseegarnelen handelt. Nordseekrabben sind eine bestimmte Art, nicht bloß ein anderer Name für jedes Garnelengericht.

Rund um den Lister Hafen prägt Fisch viele Karten. Im Restaurant Knurrhahn gehören etwa Knurrhahnfilet, Pannfisch und Labskaus zur norddeutschen Küche. Nordseegarnelen folgen einem anderen Takt: Sie stehen dort, wenn die Boote geliefert haben, und nicht deshalb, weil September im Kalender steht.